Zinsgünstige Beamtendarlehen
Wie sogenannte Beamtenkredite funktionieren
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Was sind Beamtendarlehen?
Beamtendarlehen gibt
es in zwei verschiedenen Variationen. Einmal treten
als Kreditgeber Banken auf. Bei Banken als Kreditgeber
werden als Kreditnehmer Beamte auf Zeit (Zeitsoldaten)
Beamte auf Probe und Beamte auf Lebenszeit akzeptiert.
Auf der anderen Seite gibt es verschiedene Versicherungsgesell-
schaften, die solche Kredite vergeben. Bei den zuletzt
genannten Kreditgebern werden nur Beamte auf Lebenszeit
und Dienstordnungsangestellte als Kreditnehmer akzep-
tiert.
Beamtenkredit / herkömmlicher
Ratenkredit: Unterschiede
Beamte sind für
die Kreditgeber gewünschte Kunden, weil bei Beamten
die Lohn- und Gehaltszahlungen regelmäßig
und sicher erfolgen. Die Wahrscheinlichkeit, dass
es zu Kreditausfällen kommen wird, ist im Vergleich
zu den sonstigen Kunden als eher gering einzustufen.
Damit sind die Banken berechtigt, diesem Kundenkreis
eine bessere Bewertung zu geben, was wiederum einen
Einfluss auf die Refinanzierungsmöglichkeiten
der Banken hat. Für Kredite an "bonitätsmäßig"
bessere Kunden benötigen nach den Richtlinien
nach Basel II geringere Eigenkapitalhinterlegungen
seitens der Bank. Oder verständlicher ausgedrückt:
bezogen auf das Eigenkapital der Bank können
mehr Beamtenkredite vergeben werden als herkömmliche
Ratenkredite. Da das eigentliche Geschäft der
Banken in der Differenz zwischen Refinanzierungszinsen
und Kreditzinsen liegt, ist es nur logisch, dass mit
Beamtenkrediten mehr Geld verdient werden kann als
mit herkömmlichen Ratenkrediten.
Darlehensgeber Versicherung
Wenn eine Lebensversicherung
Kreditgeber ist, sind Darlehenslaufzeiten von bis
zu 25 Jahren möglich. Dies wiederum führt
zu deutlich niedrigeren Raten. Die Lebensversicherungsgesellschaften
verlangen als Darlehenssicherheit und als Tilgungsinstrument
den Abschluss einer Kapitallebensversicherung in Höhe
des Darlehens. Die maximale Darlehenshöhe wird
von drei unterschiedlichen Bedingungen begrenzt:
a) Die Raten müssen
als erstrangige Gehaltsabtretung gesichert werden.
Dazu ist es notwendig, dass
die Unterschrift unter der Gehaltsabtretungen von
einem Notar beglaubigt wird, da sonst der
Arbeitgeber (Gemeinde, Bundesland, Bundesrepublik)
diese Lohnabtretung nicht akzeptiert.
b) Die Raten müssen vom pfändbaren Teil
des aktiven Gehaltes gedeckt sein.
c) Die Raten müssen
vom pfändbaren Teil des jeweils aktuellen Ruhegehaltsanspruch
gedeckt sein.*
d) Die Raten dürfen nicht höher sein als
15% des Bruttogehaltes.
* Diese Darlehensbedingung kann durch den Einschluss
einer Berufsunfähigkeitszusatzversicherung mit
Beitragsbefrei- ung im Falle der Dienstunfähigkeit
ersetzt werden. In einem solchen Falle müssen
nur die laufenden Zinsen durch den pfändbaren
Teil des aktuellen Ruhegehaltsanspruchs gedeckt sein.
Diese zuletzt genannte Bedingung kann auch durch den
Einschluss einer Berufsunfähigkeitszusatzversicherung
mit barer Rente im Falle der Berufsunfähigkeit
(bei Beamten heißt dies Dienstunfähigkeit)
ersetzt werden. Empfehlenswert erscheint es, die höchstmögliche
Berufsunfähigkeitszusatzrente mit in den Vertrag
einzuschließen.
Macht es Sinn, einen
Beamtenkredit mit einer Lebensversicherung zu koppeln?
Auf diese Frage gibt
es keine eindeutig richtige oder falsche Antwort.
Sinnvoll erscheint dies wegen der Absicherung der
Familie. Die Familie hat im Falle des Todes des Beamten
keine Schulden mehr. Die Todesfall-Leistung als typische
Verwirklichung des Risikos führt nicht zur Besteuerung
der Versicherungsleistung. Im Erlebensfall hingegen
müssen die Erträge versteuert werden. Der
zu versteuernde Betrag errechnet sich dabei nach folgender
Formel: Ablaufleistung (auszuzahlender Betrag) abzüglich
der Prämien für die Hauptversicherung (die
Prämien für die Zusatzversicherung dürfen
dabei nicht abgezogen werden). Auf den dann so ermittelten
Betrag sind dann die Steuern entsprechend der Steuertabelle
auf Einkünfte aus Kapitalvermögen zu entrichten.
Erst nach dieser Berechnung kann man eine vorläufige
eurteilung der Gesamtkosten treffen.
Im Regelfall wird
sich dann im Ergebnis zeigen, dass diese Darlehensvariante
erheblich teurer erscheint, als ein herkömmlicher
Ratenkredit. Dieses scheinbare Ergebnis ist aber nur
die Folge einer rein oberflächlichen Betrachtung,
denn es lässt die Wirkung der Inflation völlig
außer Betracht. Denn die Raten in den späteren
Zeiten werden - kaufkraftmäßig betrachtet
- immer geringer. Verständlicher ausgedrückt,
die Raten nehmen einen in Prozent ausgedrückt
immer geringer werdenden Teil des Einkommens in Anspruch.
Andererseits wird vermutlich eine Berechnung mit vergleichbaren
Monatsraten und der Ansparung der Differenz in eine
ertragreichere Anlage wie beispielsweise einem Aktienfonds
mit einer langjährigen durchschnittlichen Wertentwicklung
von mehr als 7% nach Abzug der Abgeltungssteuer zu
einem Ergebnis führen, das die Finanzierung über
die Lebensversicherung als deutlich günstiger
erscheinen lassen wird.
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